Mein Edit-Studio (Juli 2018) liegt gemütlich zentral in München-Sendling. Meine Nachbarn im gleichen Gebäude sind Filmtonmeister: soundpost.sendling, die Geräuschemacher von Meloton und Hubert Bartholomaes Solid Sound. Das bringt natürlich Synergien und, vor allem, kurze Wege in der Kommunikation.
Seit einiger Zeit experimentiere ich auch mit unserem Arbeitsmedium, dem digitalen Schnittplatz. Konstantes in Frage stellen aller Einzelteile aus kreativen und ergonomischen Gesichtspunkten haben mich, bis jetzt, zu zwei Erkenntnissen gebracht.

Erstens: man braucht gar keinen Schreibtisch. Und zweitens: je flexibler desto besser.
Viele Schnitträume sehen aus wie ein Büro: ein Schreibtisch an einer Wand, darauf drei Monitore, darüber ein TV (genannt: Ausspielung) und gegenüber eine Couch. Die ganze Arbeit findet aber nur im Computer statt – oder im Dialog mit Regie/Redaktion/Produktion. Für was also noch ein Schreibtisch? Für die Monitore? Die lassen sich auch auf Schwenkarme setzen. Was bleibt ist Tastatur und Maus/Trackpad. Selbst Mischpulte sind zunehmend aus Schnitträumen verschwunden. Aber ein Schreibtisch für eine Tastatur?

Weitere Fragen, die ich mir stellte waren: “Willst Du die nächsten 30 Jahre die Wand anschauen?” und “Wieso muss ich mich ständig verrenken um das große Bild zu sehen?”. Nun, es gab Vorbilder, die das schon länger anders machen (Credits to Andreas Menn). Klar, nicht jeder hat ein Kino zum Filmeschneiden, aber große Flat-TVs sind keine Seltenheit mehr. Also, warum nicht das Ganze einrichten wie im Home-Cinema? Zumindest von der räumlichen Anordnung. An der einen Wand der Screen und gegenüber das “Steuerpult”.

In den folgenden Versuchen, Stichwort Prototyping, wollte ich die optimalen Abstände herausfinden. Nun hatte ich drei Aktionsebenen: den Flat-TV, 2 Displays mit Bedienelementen (Timeline, Materialbrowser…) und mich selbst mit Tastatur. Bevor das hier ausufert: es gibt die optimale Anordnung, aber sie ist je nach Task und Tagesform anders. Auch ergonomisch macht der Arbeitsplatz am meisten Sinn, an dem man nicht “festbackt”. Also war die letze Konsequenz, alle Einzelelemente mobil und höhenverstellbar zu machen. Mit dem Ergebnis, dass ich jetzt sogar im Stehen arbeiten kann, falls gewünscht. Genauso flexibel ist aber der Raum, um eine Sichtung für eine ganze Gruppe von Menschen zu ermöglichen.