Filmschnitt, Montage, Cut. Es gibt viele Begriffe für unsere Tätigkeit und kaum eine trifft es richtig. Meine Präferenz wäre “komponieren”, wenn das nicht schon die Musiker für sich vereinnahmt hätten. Bleibt also Filmediting. Film wurde als die erste Kunstform des 20. Jahrhunderts beschrieben und im Schnittraum laufen alle diese Techniken zusammen.

Wir arbeiten mit bewegten, nicht bewegten Bildern, Bewegung im Bild und von Bild zu Bild. Mit Dialog, Monolog und stummen Gesten und Mimiken. Mit Dramaturgie von Szene zu Szene und zwischen einzelnen Shots. Mit Musik, Geräuschen, Farben, Grafiken und der Abwesenheit von alldem. Wir kreieren Bilder, die vorher gar nicht, oder nur in Teilen gedreht wurden. Das alles wird verwoben und dabei entsteht Bedeutung, die in keinem der Einzelteile enthalten ist. Wir können verwirren, erklären, begeistern und verärgern. Letztlich geht es immer um Emotionen und Sinn. Wie hast Du gefühlt? Was hast Du erlebt? Was hast Du gelernt?

Sicher hat jede Kolleg*in ihre Vorlieben – bei mir ist das Sound – aber eigentlich sind Filmeditor*innen eher Allrounder, weniger Spezialisten. Das ist auch genau das, was mich an dem Beruf besonders reizt: er ist extrem vielseitig und abwechslungsreich. Etwas flappsig ausgedrückt: wir sollten genauso entscheiden können, ob ein Schauspieler gerade einen Satz glaubwürdig spricht, wie auch, ob die von der Produktion angelieferten Festplatten schnell genug sind. Spezialisierte Allrounder sozusagen.

Bald hier: Gedanken über Teamwork im Schnittraum